Blog

Bericht zur K9 and Sports Veranstaltung – Ennepetal, 10. Januar 2026

Gastbeitrag:
Der folgende Artikel ist ein Gastbeitrag. Die ursprüngliche Veröffentlichung stammt vom Dobermann-Verein. Den Originalartikel findet Ihr unter:
https://www.dobermann.de/newsdb/95-k9-sports-ennepetal

Am 10. Januar 2026 nahmen Björn Schimanski (LR) und Björn Pansegrau (Landesgruppenausbildungswart) an der K9 and Sports Veranstaltung in Ennepetal für den DV teil. Die Veranstaltung vereinte Vertreter aller diensthundeführenden Behörden, darunter Zoll, Polizei, Bundeswehr und Bundespolizei. Ziel war der fachliche Austausch zwischen Zucht, Sport und dienstlicher Verwendung von Gebrauchshunden.

Der theoretische Teil am Vormittag fand im Hörsaal statt. Den Auftakt bildete der Vortrag „Von Genen zu Gebrauchshundeeigenschaften – moderne Zucht im wissenschaftlichen Blick“ von Professor Dr. Julia Metzger, Direktorin des Instituts für Tiergenomik an der Hochschule Hannover. Im Mittelpunkt standen Genetik, Vererbung und deren Bedeutung für Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit und genetische Vielfalt im modernen Gebrauchshundewesen.

Im anschließenden Praxisteil in der Zollhalle führte Hans Ebers, ehemaliges SEK-Mitglied sowie langjähriger Hundeführer und Trainer für das Diensthundewesen NRW, realitätsnahe Ankaufs- und Beurteilungssituationen durch. Gemeinsam mit Vertretern der Polizei wurden typische Ankaufsituationen erläutert und praxisnah dargestellt. Dabei wurde unter anderem ein Hund aus den Niederlanden vorgestellt, dessen Verhalten, Motivationsanlagen, Umweltsicherheit und Belastbarkeit analysiert wurden. Ergänzend wurde ein junger Mali-Welpe präsentiert, an dem erklärt wurde, worauf bereits im frühen Alter bei der Auswahl potenzieller Dienst- und Sporthunde geachtet werden sollte.

Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, Hand in Hand mit Gebrauchshundeverbänden und diensthundeführenden Behörden zu arbeiten, um langfristig Hunde mit ausgewogener Genvielfalt, stabiler Nervenstruktur und hoher Leistungsfähigkeit für Dienst und Sport zu erhalten. Frau Dr. Esther Schalke machte in ihrem Beitrag darauf aufmerksam, dass aktuell vermehrt Hunde mit Problemen auf unterschiedlichen Untergründen auftreten, insbesondere im Bereich des Deutschen Schäferhundes. Diese Entwicklung wurde als ernstzunehmender Aspekt für Zucht, Ausbildung und Selektion thematisiert.

Im weiteren Verlauf referierte Jens Frank, skandinavischer Arbeitshundeausbilder im Bereich der Spürhundearbeit. In Theorie und Praxis stellte er seine Arbeit anhand der vier Quadranten der Konditionierung vor und demonstrierte seine Trainingsansätze anschließend anschaulich mit seinem eigenen Hund. Den Abschluss bildete ein Kurzvortrag von Frau Dr. Esther Schalke, Oberfeldveterinärin der Diensthundeschule der Bundeswehr, unter dem Titel „Meinung versus Daten – was für die Zukunft wichtig ist“. Hierbei wurde die Bedeutung datenbasierter Entscheidungen für Ausbildung, Zucht und Einsatzfähigkeit von Diensthunden hervorgehoben.

Bedeutung für die Rasse Dobermann und verantwortungsbewusste Zucht

Die Inhalte dieser Veranstaltung sind für uns als Dobermann-Züchter, Ausbilder und Hundeführer von besonderer Bedeutung. Der Dobermann ist seit jeher als leistungsfähiger Gebrauchshund gezüchtet worden – mit hohen Anforderungen an Nervenstärke, Belastbarkeit, Gesundheit und Arbeitswillen. Gerade vor dem Hintergrund moderner genetischer Erkenntnisse wird deutlich, wie wichtig es ist, Zuchtentscheidungen nicht allein auf subjektive Eindrücke oder Traditionen zu stützen, sondern auf fundierte Daten, gesunde Linien und eine realistische Einschätzung der Gebrauchshundeeigenschaften.

Eine verantwortungsbewusste Zucht bedeutet, genetische Vielfalt bewusst zu erhalten, gesundheitliche Aspekte konsequent zu berücksichtigen und gleichzeitig die rassetypische Leistungsfähigkeit nicht aus den Augen zu verlieren. Die enge Zusammenarbeit zwischen Zucht, Sport und diensthundeführenden Behörden kann hierbei wertvolle Impulse liefern. Die gezeigten Ankaufs- und Beurteilungskriterien aus dem Diensthundewesen verdeutlichen, worauf es im Alltag wirklich ankommt: stabile Nerven, Umweltsicherheit, klare Motivationsanlagen sowie körperliche und mentale Belastbarkeit.

Wir möchten daher alle Mitglieder des Dobermann-Vereins ermutigen, diese Erkenntnisse in die eigene Zucht- und Ausbildungsarbeit einfließen zu lassen. Nur durch einen offenen Austausch, eine kritische Selbstreflexion und den Willen zur verantwortungsvollen Weiterentwicklung können wir sicherstellen, dass der Dobermann auch in Zukunft ein gesunder, leistungsfähiger und vielseitig einsetzbarer Gebrauchshund bleibt.

de_DEGerman